Gemeinde Birkenfeld Gemeinde Birkenfeld
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Sehenswertes

Heidenhöhle (Heidenloch)

10.13.1 Heidenloch 6124/01 (Aus: Beiträge zur Höhlen- und Karstkunde in Südwestdeutschland Nr. 17, Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart)

Im von Norden nach Süden verlaufenden Grummibachtal nordwestlich Birkenfeld liegt in der steileren Ostseite das Heidenloch. Man folgt dem Tal nach Norden, bis ein Feldweg kreuzt; danach steigt man rechts auf einem kleinen Pfad auf und erreicht bald den Höhleneingang.

Der Höhlenvorplatz wurde durch die Ausgrabungen im vorigen Jahrhundert (siehe Abschnitt 5.2) eingeebnet. Die beiden Akazien wurden damals zum Gedenken an die Grabung gepflanzt. Auf dem Vorplatz liegt der Teufelsblock, der in den Sagen über die Höhle eine bedeutende Rolle spielt (siehe Abschnitt 4.6). Der Höhleneingang öffnet sich in Felsen, die hier 3 m hoch sind und sich weit nach Norden ziehen, meistens jedoch geringere Höhe haben.

Unmittelbar hinter dem Höhleneingang liegt rechts Brennholz aufgestapelt, das für die Feuerstelle vor der Höhle verwendet wird. An einer Kluftkreuzung ist der Gang nach den Seiten und nach oben erweitert; auf dem Gelände über der Höhle sieht man dort winzige Einbrüche. Nun führt der Gang längere Zeit geradeaus. Dann kommt eine Ausweitung nach rechts, die etwas höher liegt und mit Lehm bedeckt ist. Hier wie auch in anderen Höhlenteilen kann man an solchen höhergelegenen Leisten erkennen, dass in der Höhle einmal ein sekundäres Gerinne floss. Nun wird die Höhle niedriger; es geht über Lehm, der aus der jüngsten Grabung stammt. Am Ende kann man durch einen Lehmschluf noch 10 m nach rechts kriechen. Vor der Ausgrabung durch die Würzburger Gruppe war der Gang bis zur Decke mit Lehm angefüllt. Bei Dutzenden von Touren wurde der Lehm in Schubkarren herausgeschafft und stapelt sich jetzt vor der Höhle zu einem Berg, der der Grösse nach bald zum Skifahren benutzt werden kann. Die Arge Nordbaden-Heddesheim unter Karl Himmler hat die offizielle Grabungserlaubnis vom Landratsamt Karlstadt. Irgendwelche Funde wurden bisher nicht gemacht.

Im vorderen Teil bilden trockene Erde mit wenig Versturzmaterial den Boden, hinten feuchterer Lehm. Weil die Höhle oft mit Fackeln begangen wird, ist sie stark verrußt. Bei den Grabungen wurde auch einiger Müll mit hinaus geschafft, doch inzwischen hat sich wieder etwas angesammelt. Tropfsteine sind in der Höhle nur als kleine Ansätze an der Decke vorhanden. Nach Auskunft von H. Stegerwald überwinterten 1873 5 Fledermäuse und 1976 2 Fledermäuse im Heidenloch; wir selbst fanden noch keine.

Dass die Höhle schon lange bekannt ist, geht aus den Sagen und den Funden hervor. Im Zweiten Weltkrieg waren hier französische Kriegsgefangene einquartiert, die laut einem Zeitungsartikel die Wände bebilderten, wie sie es aus ihrer Heimat Dordogne kannten. 1950 wurd die Höhle von Richard Gottfried Spöcker im Rahmen einer höhlenkundlichen Exkursion nach Unterfranken befahren.

Das Heidenloch ist eine der längsten Höhlen Mainfrankens. Da die Profilausmaße des Ganges bis ans Ende fast gleichbleiben, kann man annehmen, dass die Höhle noch wesentlich länger ist. Dann würde das jetzige Höhlenende nur eine Lehmeinschwemmung darstellen. Vielleicht könnte man den Höhlenverlauf mit dem darüberliegenden undeutlichen Trockental, das von Ost nach West zieht und in das Grummibachtal mündet, in Verbindung bringen. Die Höhle müßte dann aus ihrem nördlichen Verlauf nach Osten abbiegen, was durch die ersten Grabungsergebnisse wahrscheinlich wird. Es bleibt zu hoffen, dass bald einmal der Durchbruch gelingt.

Literatur:

(3) S. 14, 22, kurze Behandlung der Höhle und ihrer Funde

(7) S. 160, kurze Behandlung der Höhle

(13) S. 57, 77, 134, 161, 168, Erwähnungen der Höhle, Sagen über die Höhle

(14) S. 9 Erwähnung der Höhle

(16) Kurze Behandlung der Höhle

(16) Aufsatz speziell über das Heidenloch

(16) u. a. Sage über das Heidenloch

(21) Erwähnung der Höhle

(22) Aufsatz über die Höhle, Beschreibung, Bericht über die

Ausgrabungen

(32) S. 119-122, Kurzbeschreibung und Geologie der Höhle, 2 Bilder

Die Heidenhöhle ist nicht frei zugänglich!

Sage zum Heidenloch

(Aus: Aus der Vergangenheit des Waldsassengaus ...., S. 168.)

Im tiefen Wiesengrund des Dorfes Urspringen spielt nachfolgende Sage. Sie greift zurück in die Zeit der Christianisierung des Frankenlandes. Auch nach Urspringen und dem nahen Grünfeld, das schon lange nicht mehr besteht, war die Gottesbotschaft gedrungen. Zur Hälfte waren die Einwohner schon bekehrt, aber der Teufel setzte alles daran, das weitere Vordringen des Glaubens zu verhindern. Der Missionar hatte tatsächlich zu seinem größten Leidwesen wenig Erfolg mehr, da schloß er kurzerhand mit dem Teufel einen Vertrag.

Am Rande des Urspringer Wiesengrundes erhebt sich ein ziemlich steiler Hügel, auf dessen Gipfel eine Höhle ist, die noch heute den Namen „Heidenloch“ führt und nach Möglichkeit gemieden wird. Am Fuß dieses Hügels lag nun zu jener Zeit ein mächtiger Felsblock.

Der zwischen dem Missionar und dem Teufel abgeschlossene Vertrag besagte aber: Der Priester liest in Urspringen für die Bekehrung der noch heidnischen Bewohner eine heilige Messe; bringt der Teufel in der Zeit vom Beginn des heiligen Opfers bis zum Wandlungs-läuten den Felsblock in die Höhle, so soll ihm das ganze Dorf verfallen sein und wieder zum Heidentum zurückkehren. Gelingt es ihm nicht, so muss er dem Gottesmanne weichen.

Das Messopfer begann, und der Teufel machte sich an die Arbeit. Schon hatte er den Block bis auf zwei Schritte vor den Eingang der Höhle gebracht, da erscholl vom Dorf die Wandlungsglocke. Den Höllenfürsten ergriff sinnlose Wut, und er schleuderte den gewaltigen Stein vor der Höhle nieder, dass er fast bis zur Hälfte in den Boden eindrang.

Der Felsblock ist heute noch zu sehen, und findige Köpfe wollen an seiner Oberfläche die Eindrücke der Teufelskrallen erkennen.

(Anonymus, Frankenwarte, 22.10.1931.)

 

Birkenfelder Felsenkeller

10.13.2 Birkenfelder Felsenkeller 6124/02 (Aus: Beiträge zur Höhlen- und Karstkunde in Südwestdeutschland Nr. 17, Arbeitsgemeinschaft Höhle und Karst Stuttgart)

Winfried Weber fand in Birkenfeld diesen offenstehenden Felsenkeller. Er liegt am Karbach unterhalb der Straße nach Remlingen, beinahe am Ortsrand. Durch den gemauerten Eingangstorborgen gelangt man leicht abwärts in einen größeren Raum. Seine Decke ist gemauert, die Wände bildet Wellenkalk. Nach einem Türrahmen folgt ein Gang, in dem rundherum der Wellenkalk ansteht; an seinem Ende führt ein Schlot ziemlich weit nach oben, am Boden hat sich ein Erd- und Schuttkegel angesammelt. Nach links zweigt hier ein hoher Gang ab. Auf beiden Seiten liegen lange Steinbänke. Durch ein enges, gemauertes Loch kann man in die Endhalle schlüpfen, in der sich noch ein kleiner Schlot befindet. Hier gibt es einige Pflanzenkeime. Ein dünnes Baumstück setzt in Schlitzen kuriose Triebe an; es ähnelt einer groben Wurzelbürste. Die Tierwelt ist durch (Höhlen?-) Spinnen, Schnaken und Nacktschnecken vertreten.

Literatur: 0

Schleifbrunnen

Sage Schleifbrunnen

(Aus: Aus der Vergangenheit des Waldsassengaus ..., S. 159– 60)

Im Wiesengrund bei Urspringen ist eine Quelle, die im Sommer eine große Wohltat für die durstigen Landleute ist; sie heißt der „Schleifbrunnen“.

In diesem Brunnen wohnten vor vielen Jahren Wasserjungfrauen, die nur einmal im Jahr mit Menschenkindern in Berührung kamen. An Kirchweih durften sie zum Tanzen in eine Urspringer Gastwirtschaft gehen. Sie durften jedoch nur solange bleiben, als der Schleier, den sie trugen, feucht war; wurde der Schleier trocken, so musste die betreffende Jungfrau sterben.

Wieder einmal tanzten die Wassernixen an Kirchweih recht vergnügt mit den Dorfburschen. Als ihre Zeit gekommen war, schlichen sie sich schweigsam, wie sie gekommen waren, von dannen. Nur eine wurde von einem ausgelassenen Burschen gewaltsam zurückgehalten. Da vertrocknete langsam ihr Schleier.

Eingedenk ihres harten Gesetzes, nachdem sie jetzt dem Tod verfallen war, verließ sie wehklagend das Tanzlokal und zog den Burschen mit sich fort. Draußen starb er bei ihrer kalten Umarmung zur Strafe für sein Vergehen.

Von dieser Zeit an blieben die Wasserjungfrauen verschwunden.

(Anonymus, Frankenwarte, 22.10.1931.)

Heidenloch

Flurabteil: Heidenloch
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Felsenkeller

Flurabteil: Remlinger Straße
Birkenfeld
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Schleifbrunnen

Flurabteilung: Grummi
Birkenfeld
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